DIP INTO DESIGN
Dip into Design ist ein interaktives Lernformat für die Oberstufe zur Vermittlung von Design im schulischen Kontext. Es richtet sich an Schüler und Lehrende und schafft einen zugänglichen Einstieg in gestalterische Prozesse – mit dem Ziel, Design nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen.
Im Mittelpunkt steht die Idee, dass Design weit mehr ist als die Gestaltung von Produkten oder Medien. Design ermöglicht es, Zusammenhänge zu verstehen, Entscheidungen zu treffen und die eigene Umwelt bewusst wahrzunehmen und mitzugestalten.
Herausforderung – Design wird genutzt, aber nicht verstanden
Jugendliche wachsen in einer Welt voller Gestaltung auf. Produkte, Apps, Verpackungen, Informationen und digitale Angebote sind das Ergebnis von Designentscheidungen. Trotzdem spielt Design im schulischen Kontext kaum eine Rolle.
Während über Kunstgeschichte und die Werke vergangener Epochen gesprochen wird, bleibt die Gestaltung der Gegenwart häufig unsichtbar. Dabei beeinflusst Design täglich, wie wir wahrnehmen, entscheiden und handeln.
Ausgangspunkt des Projekts war daher die Frage: Was kann Design eigentlich noch?
Denn Design beschäftigt sich nicht nur mit Form und Gestaltung. Der Designprozess verbindet Kreativität, Problemlösung, Kommunikation, Teamarbeit, kritisches Denken und Entscheidungsfähigkeit – Kompetenzen, die weit über gestalterische Fragestellungen hinausgehen und für die Zukunft zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Idee – Eine Reise durch den Designprozess
Dip into Design wurde als Lernformat für die Oberstufe entwickelt, das Design nicht nur erklärt, sondern praktisch erfahrbar macht. Über eine Projektwoche hinweg durchlaufen die Schüler den gesamten Designprozess – vom ersten Beobachten bis zur eigenen Gestaltung.
Der Designprozess dient dabei als Lernraum. Durch die aktive Auseinandersetzung mit Gestaltung lernen die Teilnehmenden, Zusammenhänge zu erkennen, neue Perspektiven einzunehmen, eigenständig Entscheidungen zu treffen und eigene Ideen zu entwickeln und zu verteidigen.
Umsetzung – Flexibel, interaktiv, mitgedacht
Das Projekt wurde bewusst als interaktives E-Book konzipiert. Als digitales Format lässt es sich schnell anpassen, erweitern und weiterentwickeln und bietet Lehrenden einen niedrigschwelligen Zugang zur Umsetzung im Unterricht.
Das E-Book fungiert dabei als strukturierender Guide durch die Projektwoche. Es begleitet Schüler und Lehrkräfte Schritt für Schritt durch den Designprozess, vermittelt Grundlagen des Designs und bietet durch Verlinkungen, Illustrationen, Animationen und ergänzende Inhalte vielfältige Möglichkeiten zur Vertiefung.
Eine separate Lehrerversion geht zudem ausführlich auf diverse Punkte wie z.B. Vorbereitung, Projektverlauf, Materialienzusammenstellung, Aufgabenziel ein, und begleitet somit den Lehrer während der ganzen Projektwoche. Im Mittelpunkt stehen Ausprobieren, Reflektieren und Anwenden: Die Schüler entwickeln ein eigenes Produkt inklusive Markenidee und Gestaltung und erleben Design als aktiven Prozess.
Wirkung – Kreativität als Kompetenz
Das Projekt verändert den Zugang zu Design im Bildungskontext: weniger „Design ist ein Fach“, mehr „Design ist eine Fähigkeit, die Welt zu verstehen und mitzugestalten“.
Schüler lernen nicht nur, wie Gestaltung entsteht, sondern auch, wie Ideen entwickelt, Entscheidungen getroffen und unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt werden. Durch die Arbeit im Designprozess werden Kreativität, Kommunikation, kritisches Denken und Zusammenarbeit wie auch die Selbstwirksamkeit praktisch erfahrbar und erlebbar.
Design wird so zum Lernraum für Zukunftskompetenzen – und zu einer Möglichkeit, die eigene Umwelt bewusster wahrzunehmen, Zusammenhänge zu verstehen und aktiv mitzugestalten.
Projekterkenntnis
Die Entwicklung von Dip into Design hat mein Verständnis von Design nachhaltig geprägt.
Aus der Frage „Was kann Design eigentlich noch?“ entstand die Erkenntnis, dass Design weit mehr ist als die Gestaltung von Produkten oder Kommunikationsmitteln. Als Prozess schafft es Räume für Kreativität, Reflexion, Zusammenarbeit und eigenständiges Denken.
Bis heute begleitet mich die Überzeugung, dass Design nicht nur dabei helfen kann, Dinge zu gestalten, sondern auch Menschen zu befähigen, ihre Umwelt bewusster wahrzunehmen und ihre Zukunft dann ganz aktiv mitzugestalten.
Wirkungsbereich
Bildung, Designvermittlung, Kreativitätsförderung & Zukunftskompetenzen
Editorial Design // Designpädagogik
Bachelor Arbeit betreut durch Prof. Dr. Charlotte Schröner
HS Mainz // Februar 2018